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Tagesbericht vom 29.05.2002

Dunkel wird es am Morgen. Gelblich, grau ist der Himmel. Es sieht nach Monsun aus. Ein heftiger Wind kommt auf, die ersten Regentropfen fallen. Wir fahren durch die engen Gassen von Gwalior rund um das Fort herum. Machen noch ein paar Fotos vom Fort, wie es sich als Festung auf dem Felsen präsentiert. Die Regentropfen fallen immer dichter. Es regnet in Strömen. Die Strassen verwandeln sich in Bäche und die Brücken zu Flüssen. Typisch indisch: auf den Brücken sammelt sich das Wasser unter der Brücke ist die grosse Leere. Und was die Bäche und Flüsse alles mit sich führen, kaum zu glauben! Indien wird sauber gemacht.

„Ping“ macht es plötzlich am vorderen rechten Kotflügel. Liseli hätte fast einen Mopedfahrer an den Beleuchtungskandelaber gedrückt. Er wollte sich im Regen noch rasch durchschlängeln. Es hat nicht gereicht. Dabei heissen die Dinger, die wir vorne montiert haben doch ‚Kuhfänger' und nicht ‚Mopedfänger'. Grosses Blah, Blah. Der Mopedfahrer redet und redet, auf Hindi. Wir hören zu. Der Ladenbesitzer an der Ecke winkt: wir sollen weiterfahren. Liseli meint: „Gib ihm Geld, dann ist er zufrieden“. Ich will ihm aber kein Geld geben und sage zu Liseli: „Fahr weiter“. Und so fahren wir weiter und lassen den Mopedfahrer unter der Strassenlaterne stehen: „bye, bye“.
Der erste Regenguss hat nicht gereicht. Wahrscheinlich braucht es noch paar Vorspülgänge, bis zur Hauptwäsche geschritten werden kann. Die Temperatur ist jedoch merklich gefallen. Nur noch 24° zeigt unser Aussenthermometer an. Heute reisen wir nach Agra. Die Fahrt ist sehr zäh. Die vielen Baustellen mischen sich mit den vielen Lastwagen Heute ist Hupen wichtiger als Fahren.
Oh, da liegt wieder einmal eine Lastwagenleiche. Der Lastwagen scheint die Vorderachse verloren zu haben. Auf jeden Fall liegt sie weit entfernt vom Lastwagenkörper. Und da der Lastwagen Kabelrollen transportierte, sind diese natürlich weitergerollt. Das heisst: Auf den Strassen Indiens sind nicht nur Tiere zu beachten sondern auch entgegenkommende Kabelrollen! Wie wenn es nicht schon genügend Sachen gäbe, denen man ausweichen muss.

Ab und zu gibt es eine Autobahnneubaustrecke. Ich bin nicht davon überzeugt, ob das dem Verkehr sehr hilft und wohin das führt. Die Zeit der Ochsenwagenrennen sollte im Jahre 2002 doch endlich vorbei sein! Es wäre natürlich auch denkbar, dass für solche Ereignisse eine Arena gebaut würde, so dass sich nicht alles auf der Strasse abspielen muss. Übrigens hat der Regen von heute Morgen noch andere Vorteile gehabt: Die Vororte mit ihren Slums sind in spritzige Morastlandschaften verwandelt worden. Da die Autobahn zwei Ortschaften miteinander verbindet und nicht am Ort vorbeiführt, gibt es jetzt eine viel abwechslungsreichere Fahrt. Ab und zu hat der Sturm auch einem Baum zur waagrechten Lage verholfen, was die Fahrt noch interessanter gestaltet. So und jetzt stell ich die Schreiberei ein, denn auf dem Wegweiser steht: ‚Taj Mahal'.
Wir wollen so nahe wie möglich zum ‚Taj Mahal' fahren. Aber man lässt uns resp. Sir James nicht so nahe an das Objekt. Die majestätische Distanz beträgt 1.5 km. Auf dem speziell für Touristen eingerichteten Parkplatz stellen wir Sir James hin (Position Nord 27° 9' 58“ und Ost 78° 3' 12,2“). Die Parkplatzgebühr ist 5 mal teurer als anderswo, dafür werden wir sofort von Bettlern, Händlern, Rikschafahrern umringt. Wir können nicht mal aussteigen. Nach ein paar Gesinnungsminuten wagen wir das Auto zu verlassen und wandern den Weg zum ‚Taj Mahal'. Natürlich begleitet uns die Meute und belästigt uns so sehr, dass wir kaum ein Wort austauschen können (armes Liseli). ‚Taj View' heisst es unterwegs: hier verkauft ein allzu Cleverer das ‚Ansehen' des ‚Taj Mahal' für 50 Rupien (knapp 2.00 CHF) pro Person!!! Vor dem ‚Taj Mahal' besuchen wir das Ticketoffice 750 Rupien (25.00 CHF) kostet der Eintritt pro Person für Ausländer. So lernt man verzichten. Wieso sollen wir als Ausländer 40 (!) mal mehr bezahlen als ein Inder? Wir gehen um die Aussenmauer herum und finden ein Tor mit der Aufschrift ‚here free entry, no charge'. Also, wieso denn mehr zahlen? Wir machen ein paar Fotos vom ‚Taj Mahal' von hinten und haben es gesehen. Der Besuch von Touristenattraktionen in Indien gleicht einem Spiessrutenlauf, man sollte ganz darauf verzichten! Eigentlich schade. Wir schleichen uns zurück (immer noch ohne Rikscha), steigen rasch in den Sir James und fahren schnellstens davon.

Wer jetzt gedacht hat, wir könnten ungestört nach Bharatpur fahren, irrt sich gewaltig. Wie Wegelagerer stehen die Travel Agencies an der Strasse und wollen ihre Führung verkaufen. Sie lassen doch tatsächlich eine Schranke auf die Strasse herunter, damit wir nicht passieren und sie so mit uns in Ruhe verhandeln können. Dies hat auf uns die verheerende Wirkung, dass wir so schnell wie möglich ‚die Kulturstellen' verlassen wollen. Wir führen uns wie Amerikaner auf: hinfahren, fotografieren und schnell fortfahren, bevor jemand merkt, dass wir da gewesen sind. Nicht einmal die Tanzbären in der Strassenmitte können uns von unserer ‚Flucht' abhalten.
Und so erreichen wir Bharatpur in Staat Rajasthan. Dort soll es – unserem Hotelguide sei Dank - wiederum ein ‚Heritage Hotel' geben. In Bharatpur auf der Kreuzung steht ein Polizist. „Yes, turn now to the right and after a kilometer again to the right“. Und dort steht es auch, das Schloss der Familie ‚Singh' (Position Nord 27° 12' 39.4“ und Ost 77° 31' 15.1“). Traumhaft, unglaublich, ein kleines Juwel im indischen Dschungel. Der Concierge – ist er ein Singh? – ist äusserst zuvorkommend: „We have suites to 3200 Rupees and rooms to 2100 Rupees. Do you like to see the rooms?” Wir wollen! Zuerst zeigt er uns das Zimmer zu 2100 und dann die Suite mit Springbrunnen in der Mitte zu 3200. Wir sind mit dem kleineren und auch günstigeren Zimmer zufrieden. „What do you like to pay“ fragt der Concierge plötzlich, als ich ihn nach einem Discount frage. „2000, all included“ antworte ich ihm, da 10% Tax auf den Preis geschlagen wird. „O.K. I offer you the suite to a prize of 2000, all included.“ Ein solches Angebot können wir natürlich nicht abschlagen und wohnen für einen weiteren Tag wie Maharadschas. Das geniessen wir mehr, als den Besuch des Mausoleums ‘Taj Mahal' in Agra.

Unser Aufbäumen gegen die übertriebenen Eintrittspreise für Ausländer wird belohnt: im Fernsehen sehen wir einen Dokumentarfilm über den Taj Mahal. So haben wir dieses Mausoleum doch auch von innen gesehen.

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