Reisebericht

Tagesbericht vom 12.03.2002

Wir haben Sir James wieder! Punkt 13:00 befreien wir ihn aus seinem Container. Der Container hat zwar das Siegel gewechselt (was nützt das Versiegeln, wenn die Hafenpolizei das Siegel wegnimmt und ein neues anbringt.), aber Sir James ist immer noch gesund. Sogar der linke, hintere Pneu hat die Schiffsreise überstanden, allerdings mit sehr niederem Luftdruck. Sir James schafft es bis zur nächsten Garage, wo er einen Schub neue Luft bekommt. Diese reicht bis vor das Hotel. Dort wechseln wir (d.h. Bobo) endgültig das Rad (deshalb hat Liseli schliesslich auch den neu erstandenen Wagenheber den ganzen Tag in ihrer neuen Tasche herumgetragen). Ein paar schwarze Boys, die anfänglich bettelnd auf uns zukommen, helfen uns dabei. Dann bringen wir Sir James in die Hotelgarage (upper flor, 1.88 hoch). Ohne die Leitungen zu berühren, kommen wir zum Stehen. Es ist 18:30 Lokalzeit. Wo bleibt da der Whisky.

Was wir heute erleben, bringt uns nicht mehr aus der Fassung. Wir kennen das Prozedere langsam: „Take the finger out“ haben wir früher jeweils gesagt. Der liebe, überforderte Edy von P&O Nedlloyds sieht nur Probleme (wie wir feststellen, ist dies die erste Aufgabe, die er an dieser neuen Stelle zu lösen hat). „Which problem do we have to solve as next“ ist jeweils unsere Frage. “Let’s go” ist unsere Antwort, wenn er das Problem endlich zu Wort gebracht hat, obwohl er lieber im Bürostuhl sitzen bleiben würde, um das x-te Telefon zu starten. Der Zollbeamte meint es gut mit uns. Wenn er wollte, könnte er uns schön schikanieren. Aber glücklicherweise will er nicht. Er lässt die Chassisnummer ...13... wie sie im Carnet steht gelten, obwohl es eigentlich ein „B“ sein sollte. „Today it’s impossible to get the car out of the warehouse, there is to much traffic and the people at the warehouse leave at half past four“ sagt Edy. Wir sagen, dass es auf sein Konto geht, wenn irgend etwas aus dem Sir James im ‚warehouse’ gestohlen wird. Und siehe da, wir sind rechtzeitig im ‚warehouse’. Auch mit der Bezahlung der Unkosten sieht er nur Probleme „It’s really a great amount you have to pay“. „ Say us, how much money we need, then we go to the teller automat and ...“. “Do you think, on the teller automat you can get such a high amount?” ist seine Frage. “Yes, we will get it” ist unsere Antwort. Die Banken sind übrigens neben dem Büro von P&O Nedlloyds im Finanz Distrikt und schliessen erst um 18:00; die Automaten sind 24 Stunden offen. Um 16:00 bemüht er noch den Regional Manager von P&O Nedlloyds. Er antwortet etwa im gleichen Sinn: ‚take the finger out’... 16:30 Uhr sind wir wiederum im Lagerhaus am Hafen und fahren Sir James in Richtung Hotel.
So ist wieder ein weiterer Tag vergangen. Wir benötigen 8 volle Stunden, ohne Mittagessen, um unseren Sir James auszulösen und zu uns ins Hotel zu bringen.
Nun möchten wir aber noch Cherry zurückgeben. Kein Problem, der Guest Assistant nimmt das an die Hand. Er telefoniert mit dem Office von BudgetCar. Das Auto werde gegen eine bescheidene Gebühr im Hotel abgeholt. Super. Wir geben ihm den Autoschlüssel und warten in der Hotelbar. Nach einer Stunde erkundigen wir uns, ob der Angestellte von Budgetcar noch nicht gekommen sei. Oh ... der Schlüssel von Cherry ist weg! Wir gehen nachschauen. Tatsächlich: Cherry ist auch weg. Er habe, meint der Guest Assistant, nur eine viertel Stunde vor dem Hotel eine Zigarette geraucht, und in dieser Zeit sei Cherry wahrscheinlich geholt worden, ohne Unterschrift, ohne Abrechnung. BudgetCar hat lediglich einen Kreditkartenabzug ohne Unterschrift von uns. Er werde sich darum kümmern, meint der Guest Assistant, morgen!

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