Reisebericht

Tagesbericht vom 12.02.2015

Am Morgen ist die Welt noch in Ordnung. Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau. Was will man noch mehr. Unser Campingplatz ist super. Niemand stört uns. Niemand hört uns. Niemand sieht uns. Und das alles am pazifischen Ozean mit seinem ständigen Rauschen. Die Lufttemperatur ist bereits am Morgen relativ hoch. Ich schätze Zimmertemperatur vierundzwanzig bis fünfundzwanzig Grad Celsius.
Das Frühstück (Schinken mit Spiegelei) geniessen wir noch bei angenehmen Temperaturen. Aber dann beginnt die Sonne zu brennen. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen und machen uns auf den Weg.

Das erste Ziel sind die Salar Grande (zu deutsch: grossen Salzseen). Die Mina Punta de Lobos befindet sich sechsundzwanzig Kilometer in südöstlicher Richtung und tausend Meter höher als unser Standort. Schon von weitem kann man sie erkennen. Ein Lastwagen nach dem andern fährt den Berg herauf, lässt sich beladen und fährt wieder den Hafen von Patillos an. Bei jeder Kurve verliert er ein bisschen von der Ladung. Die Strasse ist deshalb links und rechts von weissem Salz gesäumt.

In der Mitte des Salar Grande stehen grosse Bagger- und Fördereinheiten, die das begehrte Gut au den Rand schaufeln und fördern, so dass die Lastwagen beladen werden können. Das ist moderner Tagbergbau mit vielen Maschinen.
Über Natursteinstrassen führt der Weg weiter nach Officina Victoria. Hätten wir gewusst, dass es da gar nichts anzuschauen gibt, hätten wir uns den Weg schenken können. In diesem Gebiet gibt es unendlich viele, ehemalige Bergwerke. Was zurückbleibt kann man bestaunen. Zerfallene Häuser, eingestampfte Quartiere, kurz, alles was zurückbleibt, wenn niemand mehr da ist.

Aber neben diesen verlassenen Städten haben bereits Ureinwohner vor zweitausendfünfhundert Jahren den Ausserirdischen Zeichen gesetzt. In Geoglifos Cerro Pintado kann man dies Zeichen an die Ausserirdischen bestaunen.

In Pintados selbst kann man noch alte Güterzüge bestaunen. Die chilenische Eisenbahn dient nämlich nur dem Gütertransport und den gibt es auch nicht mehr.
Aber jetzt gehen wir zu einer World Heritage Site. Die Officina Humberstone ist sage und schreibe eine World Heritage Site. Es handelt sich dabei um eine Mine mit zugehörigen Fabriken. Abgebaut wurde Salpeter. Und hergestellt wurde so viel ich aus dem spanischen übersetzen kann: Düngemittel. Bis 1960 hat sich das rentiert. Jetzt rentiert es sich nicht mehr. Darum ist es World Heritage Site. Ich bin gespannt wie lange es geht, bis Sulzer Winterthur zur einer World Heritage Site angehoben wird. Zu betrachten gibt es unter anderem Wohnhäuser von Bergbauarbeitern. Also ich muss sagen meine Grossmutter hat ebenso gelebt.

Enttäuscht wenden wir uns dem moderneren Leben zu und fahren nach Iquique. Da es schon spät ist fahren wir an den Strand, um einen Übernachtungsort zu finden.

Diesen finden wir auch und können eine Superfoto mit dem gleichen Strand, wie am Morgen, schiessen. Abendstimmung.

Jetzt sind wir an der Playa Blanca Iquique an Position S 20° 14' 22.2" W 069° 59' 44.3". Ein bisschen nördlicher als heute morgen.

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