Reisebericht

Tagesbericht vom 13.01.2002

Wir fahren weiter Südsüdwestwärts. Nach Tan Tan verläuft die Strasse auf einem Plateau ca. 60 bis 100 Meter über Meer der Küste entlang. Die Küste ist hier steil abfallend. Bei jeder Flussmündung geht es bergab, über eine Brücke und wieder bergauf auf das Plateau. Die Gegend wird immer öder; Menschen trifft man immer seltener an. Ab und zu eine Dromedarherde, eine Schaf- oder Geissenherde mit einem oder mehreren Hirten, die unseren Sir James schon von weitem als ausländisches Fahrzeug erkennen und freundlich winken (wer hat hier schon Kisten auf dem Dach anstelle der üblichen Schafe, Ziegen, Kühe oder sogar Dromedare). In Tarfaya decken wir uns in einem der Strassenläden ein: Taschenlampenbirne (welche gestern Abend das zeitliche gesegnet hat), Brot, Eier, Coca Cola.
Nach Tarfaya nimmt der Sand zu. Links Sand, rechts Sand, vorne Sand und hinten Sand und ein schwarzes Band durch den Sand: die Strasse, auf der wir uns mit ca. 90 km pro Stunde vorwärts bewegen. Am Strassenrand links oder rechts hat es manchmal ein Fahrzeuggerippe, die vergangenen Spuren eines Unfalls.
Die Polizei macht immer gründlichere Kontrollen; meist wollen sie wissen, welches unsere Nationalität ist, welchen Beruf wir ausüben und welches unser Reiseziel ist. Am meisten interessiert sie jedoch das Gerät (Laptop), welches zwischen Fahrer- und Beifahrersitz montiert ist und einen Ausschnitt der russischen Generalstabskarte zeigt sowie unserer momentane Position. Nach einer kurzer Erklärung zu dieser Sache sind sie begeistert und wenn sie sehen, dass wir alle Visa für die nächsten Länder haben, wünschen sie uns eine gute Weiterfahrt nach Senegal.
Vor Laayoune tanken wir nochmals. Der Liter Diesel kostet in den Atlas-Tankstellen sage und schreibe nur 2.72 Dirham (weniger als 50 Rappen). Die Atlas-Tankstellen gehören zu einem Förderungsprojekt für den Süden, weshalb hier der Treibstoff subventioniert ist. An der Position Nord 27° 2' 15.8“, West 13° 25' 26,5“ kommt Sir James zum stehen, irgendwo im Sand hinter einer Düne. Nachtessen, Schlafen ist angesagt.
Im übrigen haben wir festgestellt, dass die Königliche, Marokanische Polizei auf ihren Defender'n den gleichen Michelin Off Road Pneu montiert hat, wie wir auf unserem Sir James. Eine gewisse Beruhigung. Zudem hat der letzte Tankstellenwart uns zur Wahl der Pneu's gratuliert und gemeint, dass dies der beste Pneu für die Wüste sei. Bald werden wir es erleben.

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